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Humberto Vélez, Synchronsprecher der spanischsprächigen Simpsons

Ich habe heute einen Podcast angehört, der sich um das Überspielen der weltberühmten Sendung The Simpsons handelte. Vor allem eigentlich handelte er um Humberto Vélez, der Synchronsprecher, der früher die Stimme Homer Simpsons überspielt hat. Damit hat Vélez sich lateinamerikaweit bekannt und beliebt gemacht. Er bleibt zwar so, auch wenn die Produzenten der Simpsons vor etwa 15 Jahren das ganze spanischsprächige Sprecher-Team geändert haben. (Die Stimmen des neuen Teams halten fast alle Fans für hässlich.)

Vélez hat mit The Simpsons zufällig begonnen zu arbeiten. Als die Sendung ist für Lateinamerika vorbereitet worden, gab es eine lange Zeit für Casting. Endlich war das Synchronsprecher-Team fertig, aber am ersten Tag des Aufzeichnens ist der Mann, der für die Stimme Homers verantwortlich war, halb betrunken direkt aus einer Party angekommen. Da er könnte offenbar nicht funktionieren, ist der Produzent in den Flur hinausgelaufen, und da war Humberto Vélez. Der Produzent hat ihn den Hand ergriffen und gesagt, dass man ihn für die Stimme eines Charakters benutzten musste. (Solche spontane Dinge waren für mexikanische Überspieler gar nicht außergewöhnlich.)

Die mexikanische Synchronsprecher haben sehr wenig Geld für ihre Arbeit verdient. Die Sprecher in den USA haben dagegen eine enorme Summe Geld pro Folge verdient. Die mexikanische haben mehr als 12 Stunden pro Tag gearbeitet, und nur weil sie zu einer Gewerkschaft gehört haben, haben sie eine Art Versicherungsschutz haben und minimale Arbeitsrechten genossen.

Vélez erinnert sich daran, dass er am Anfang keine Ahnung hatte, dass The Simpons eine berühmte, erfolgreiche Sendung war. Er ist trotzdem (von ihm völlig unbekannt) bei der Fans berühmt geworden. Er erzälht ein lustiges Ereignis. Eines Tages hat er einen Ruf bekommen, um ihn einzuladen, eine Vorlesung in der renommierten Universidad Iberoamericana zu halten. Er hat gedacht, dass es entweder ein Witz oder ein Versuch, ihn zu entführen, sein musste. Es konnte nicht sein, dass eine Universität einen bloßen Synchronsprecher anhören konnte! Er sagte, “Ja”, und hat alles vergessen. Am Termin der Vorlesung hat man ihn von der Universität angerufen. “Warum sind Sie nicht da?” Also er ist dort gefahren, und da war eine Menge, auf ihn wartend, und nachdem er eine ganz improvisierte Rede gehalten habe, hat er einen Beifallsturm bekommen. “Das wird mir sich niemals aus dem Gedächtnis”, sagt Vélez.

Die Arbeitsroutine des Sprecher-Teams war besondere. Üblicherweise zeichnet man allein seine zugeordneten Stimmen auf. Synchronsprecher müssen viele unterschiedliche Rollen spielen und haben keine Zeit, um miteinander zu treffen. Dagegen haben Vélez und die anderen Simpsons-Sprecher zusammen gearbeitet. Die Produzenten haben auch ihnen Freiheit und Zeit gegeben, um das Drehbuch anzupassen, sodass es verstehbarer für lateinamerikasche Zuhörer wurde. So haben die Sprecher sich manche von den bekanntesten Sätze und Ausdrücke aus der Simpsons ausgedacht, die so viele Leute in Lateinamerika noch heute erkennen können.

Erst nach mehreren Jahren gab es Probleme, als die Überspielen-Firma, bei der Vélez arbeitet hat, plötzlich geschlossen wurde. Die USA-Produzenten haben Vélez selbst angerufen, um Rat zu suchen, und Vélez hat eine andere, kleinere Firma empfohlen, bei der er hatte auch schon gearbeitet. Als die Serie hat sich der 15. Staffel genähert, hat etwas viel ernster geschehen: nach eindringlichen Anträge auf Lohnsteigerung hat Fox entschieden, mit Vélez und seinem Team nicht mehr zu arbeiten. Eine neue Gruppe von Sprechern sind angestellt geworden. Diese haben nicht die große kreative Freiheit erhalten, die Vélez immer genossen hatte. Ihnen haben bloße Übersetzungen der Sendungen zugeschickt worden, die vom Team unverändert aufgezeichnet und wiedergeschickt werden mussten.

Als die beliebte Stimmen der Simpsons verändert waren, haben viele Lateinamerikanische die Serie boykottieren. The Simpsons läuft weiter, weil sie immer noch Gewinn macht, aber die Qualität der Sendungen ist gesunken. Nach dem Messen des Ratings jeder Folge hat ein Fan gefunden, dass The Simpsons entweder sehr oder ziemlich gut war, bis zum elften Staffel. Danach wurde sie zu “schlechtes Fernsehen”. Sie hatte eine Rating-Spitze zwischen den 18. und 19. Staffeln, als der erste Simpsons-Film herausgekommen ist, dann aber ist sie wieder und definitiv versunken. Es war vielleicht gut, dass Humberto Vélez nicht mehr da ist.

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